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In lieber Erinnerung

Dixer Alfred

(* 1949 – † 2011)

Dixer Alfred SW

Am 18. Februar 2011 mussten wir – völlig unerwartet – unser Gründungsmitglied Alfred Dixer verabschieden. – Schlusswort des Sprechers bei der Verabschiedung im Parkfriedhof Ferlach: „Alfred, jetzt triff´st da oben den Schönlieb Hansi wieder; Du und Hansi werdet Euch sicherlich viel zu erzählen haben !“ Aber auch nach seinem Ableben sorgt Alfi noch immer für Schlagzeilen:

Von der Beliebtheit des stets fairen und hilfsbereiten Klubmitglieds zeugen die vielen, liebevollen Spitznamen wie „Dixi“, „Alfi“ oder „Kinki“ die sich unser Dixer im Laufe der Zeit erworben hat. Schon zu Lebzeiten war Kinki – ebenso wie unser unvergessener „Bleifuss“ Hansi Schönlieb – eine Klub-Legende. 1968 war er eines der sieben Gründungsmitglieder des 1. C.A.R. Teams Ferlach und einer der eifrigsten Gaspedaltreter und Schrauber. Diese Liebe zum Motorsport hat er sich bis zuletzt erhalten. Von der Beliebtheit des stets fairen und hilfsbereiten Klubmitglieds zeugen die vielen, liebevollen Spitznamen wie „Dixi“, „Alfi“ oder „Kinki“ die sich unser Dixer im Laufe der Zeit erworben hat. Schon zu Lebzeiten war Kinki – ebenso wie unser unvergessener „Bleifuss“ Hansi Schönlieb – eine Klub-Legende. 1968 war er eines der sieben Gründungsmitglieder des 1. C.A.R. Teams Ferlach und einer der eifrigsten Gaspedaltreter und Schrauber. Diese Liebe zum Motorsport hat er sich bis zuletzt erhalten.

Von einem der ersten Rallye-Einsätze des 1968 gegründeten 1. C.A.R. Teams Ferlach berichtete der damalige Obmann „Figi“ Figura: „Eine der ersten gemeinsamen Rallies, an denen unser Klub teilnahm war eine Rallye in die Steiermark; mit drei oder vier Fahrzeugen, alles Puch 500, wollten wir daran teilnehmen. Aber bevor wir von Ferlach abbrausen konnten, hiess es warten, auf wen ? – Natürlich auf Dixi, denn der hat, wie immer, noch zur vereinbarten Abfahrtszeit an seinem Pucherl herum geschraubt. Ohne Probleme oder Pannen sind alle Piloten des Klubs in der Steiermark angekommen und bei der Rallye gestartet. Da Dixi war mit seinem Auto zwar nicht der Schnellste, aber er hat tapfer Gas gegeben. Da ich nach ihm gestartet bin, habe ich ihn auf einmal neben der Strasse stehen sehen, den Motorraumdeckl von seinem Puch hinten weit offen und er selbst zur Hälfte im Motor drinnen. „Fahrt´s weiter“ hat er gerufen als wir stehen blieben um eventuell helfen zu können „ich komm schon zurecht“.

Später haben wir den Vorfall recherchiert: Dem Dixi ist die Batteriehalterung seines Puch gebrochen und die Batterie ist auf den Motor gefallen. – Normalerweise bist mit dem Schaden aus dem Rennen. Nicht so unser Kinki ! – Zuerst hat er mit einem abgerissenen Ast von ca. 2 m Länge die Batteriehalterung wieder auf ihren Platz gehebelt. Dann wurden der Ast und die Batteriehalterung mit Draht fixiert (Draht war beim Alfi immer dabei, weil irgendwas ist immer zu Bruch gegangen und musste fixiert werden). Zum Schluss hat er noch den Motorraumdeckl mit Draht festgebunden, weil der konnte nicht mehr verschlossen werden weil ja der 2 m lange Ast aus dem Motorraum ragte. Dann ist der Dixi weiter gedüst, und der junge Baum, der nach wie vor kerzengerade aus dem Motorraum wuchs, verlor im Fahrtwind langsam seine Blätter – Wir haben in der Zwischenzeit nach der Zielankunft nicht mehr damit gerechnet, dass der Dixi noch auftaucht, aber er ist dann doch mit ziemlicher Verspätung im Ziel angekommen! 

Die große Überraschung ist dann bei der Siegehrung gekommen: – Sieger der Klasse bis 500 ccm war nämlich unser Dixi !!“ Wie das? – Dazu Figi: „Bei dieser Rallye hat’s damals noch geheime Radarkontrollen gegeben, die zu die SP-Zeiten dazu gezählt worden sind und in die wir alle rein gerasselt sind. Alle ausser dem Dixi, denn wie er endlich gekommen ist, hat die Polizei ihr Radar schon längst abbaut.“ Das war typisch Kinki – kämpfen bis wirklich nichts mehr geht; in dem o.a. Fall hat es sich für den tapferen Motorsport-Idealisten wenigstens gelohnt!

 

1971 ist der Alfred als Testfahrer zu Porsche nach Deutschland gegangen und – wir haben es alle nicht glauben können – mit einem geilen Porsche RS ist er zurück gekommen ! Dixi baute dieses Spitzenauto der damaligen Zeit bei Porsche Stuttgart selbst zusammen. Ganze 15 Carreras liefen vom Fliessband; Nummer 16 war, wie im Zulassungsschein vermerkt, der von Dixi. Mit dem Boliden hat er dann auch mit Hansi Schönlieb als Beifahrer an der Karawankenrallye teil genommen und mit der damaligen Nummer 1 des Kärntner Motorsports, Klaus Russling, um den Sieg gekämpft; auf einem sicheren zweiten Platz liegend blies Kinki zu einer Attacke auf den führenden Russling und legte dabei in Zell Terkl auf einer regennassen Wiese seinen Porsche auf´s Kreuz.. Dixi wollte noch mit dem etwas ondulierten Wagen weiterfahren – „Aufgeben gibt´s nicht“ – aber der Hansi ist abgesprungen „..Mit dem Narren fahr ich keinen Meter mehr!“

Seit damals hatte er auch noch den – nicht böse gemeinten – Spitznamen „Katastrophen-Dixer“ weg. Zum Thema Katastrophen noch eine andere Story: Porsche-Motor für den Service zerlegt, sauber gewartet, wieder zusammen gebaut, dabei aber leider auf den Kupferring der Ölablassschraube vergessen; nach dem Starten des Motors und dem Losfahren war die Schraube weg und der Motor kaputt. Dixers Traum an der African Safari Rallye teilzunehmen, ging nie in Erfüllung. Zuerst hinderte ihn ein schwerer Trainingsunfall nahe Ferlach daran, später bekam er seinen Subaru nicht aus dem Zoll von Mombasa, Kenia. Noch wenige Wochen vor seinem Ableben sprach Alfred von einem Comeback in die Autocross-Szene, in der er durch mehrere Jahre mit seinem Allrad-Subaru ein fixer Bestandteil war.